Übe lauschen. Das Ohr ist dem Herzen näher als das Auge.

Kreiskommunikation

Kreiskultur und Kommunikation Grundform nachhaltiger Sozialstrukturen und Organisationsformen Textquelle: Vivian Dittmar, www.viviandittmar.net

Die fatalen Auswirkungen dieses Modells sehen wir heute in der vollen Tragweite unserer globalen ökologischen und sozialen Herausforderungen. In einer Kreiskultur wird Verantwortung ganz anders definiert. Verantwortung bedeutet, sich um etwas zu kümmern, für etwas Sorge zu tragen. Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass Verantwortung hier als gelebte Liebe verstanden wird. Die gemeinsam getragene Verantwortung ist die Grundlage der Solidarität, der Kooperation und der Nachhaltigkeit, die eine Kreiskultur ausmachen. Nachhaltigkeit deshalb, weil eine wahre Kreiskultur das “Ganze” nicht nur als den gesamten Kreis, sondern als das Leben in seiner Gesamtheit definiert. Und dieses Verantwortungsgefühl bezieht sich nicht nur auf die ganze Welt, wie wir sie heute kennen, sondern geht noch darüber hinaus, um zukünftge und vergangene Generationen mit einzuschließen.

Führungspositionen in der Kreiskultur

Als hierarchisch sozialisierte Menschen assoziieren wir mit Kreiskultur meist eine Form gesellschaftlicher Organisation, in der niemand eine Führungsrolle innehat. Das Gegenteil ist der Fall. Kreiskulturen fordern und fördern Führung. Doch auch dieser Begriff wird hier gänzlich anders definiert. Jeder im Kreis ist eingeladen und aufgefordert, Führung zu übernehmen. Die stärkste Führungsrolle übernimmt derjenige, der die größte Kompetenz hat und bereit ist, am meisten Verantwortung zu übernehmen. Diese Position ist jedoch keine, die definiert oder gewählt werden muss - weder von der Person selbst, noch von den anderen im Kreis. Sie ergibt sich vielmehr natürlich aus den Fähigkeiten des Einzelnen und den Anforderungen der Situation. Da jeder im Kreis andere Stärken hat, liegt die größte Kompetenz in verschiedenen Situationen bei jeweils unterschiedlichen Menschen. Da die hier geforderte Verantwortung eine gemeinsame ist, die sich auf das Ganze bezieht, besteht auch kein Konflikt zwischen mehreren starken Führungspersönlichkeiten. Es ist vielmehr so, dass jede Führungspersönlichkeit im Kreis dankbar ist für jeden anderen, der Verantwortung übernimmt. Denn je mehr Menschen für das Ganze Sorge tragen, desto besser und einfacher ist es für jeden Einzelnen. Je mehr Menschen Führung übernehmen, desto stärker ist der Kreis. Im Idealfall übernimmt jeder auf seine Weise und nach seinen Kompetenzen Verantwortung für das Ganze.

weiter -> Modelle